11/12/2018 Alles rund um das Thema Kryptowährungen
CEO KLEIN FRITZ NOLS AG

Interview: Fritz Nols AG

27.02.2018 (CIW) Eines der Top Themen an den Finanzmärkten sind zur Zeit die Kryptowährungen: Bitcoin,Ripple, Ethereum oder der ADA Coin . Nach einem Hype am Ende des Jahres 2017 kam eine scharfe Korrektur und lies die Kurse um bis zu 60 % einbrechen. Die Gegenreaktion kam allerdings prompt, der Bitcoin als Leitwährung der Kryptos konnte sich vom Tiefststand schon wieder verdoppeln. Durch die Kurskapriolen explodierte die Berichterstattung über Kryprowährungen, zudem finden fast täglich neue spektakuläre ICO´s statt, die das Interesse der Anleger weiter anheizen.

In Deutschland besteht im Vergleich zur Schweiz, USA, Japan oder UK noch erhebliches Nachhol- und Entwicklungspotential. Allen voran hat die Frankfurter Fritz Nols AG die Weichen auf Krypto gestellt, um das Potential in Deutschland als Vorreiter zu erschließen.

Aus aktuellem Anlass hatten wir ein Gespräch mit Hendrik Klein, dem CEO der Fritz Nols AG:

Sehr geehrter Herr Klein,

im vergangenem Dezember wurden fast täglich neue Höchststände beim Bitcoin vermeldet, der Kurs explodierte förmlich auf über 17.000 Dollar/Bitcoin und verzehnfachte sich somit innerhalb eines Jahres. Anfang Januar platze dann die Blase und der Bitcoin implodierte auf 7.000 Dollar /BTC.

CIN: Werden sich die Kryptowährungen von diesem Schock erholen können?

Hendrik Klein:

Bitcoin ist zwar die Kryptowährung mit der höchsten Marktkapitalisierung, repräsentiert aber nicht den gesamten Markt der Kryptowährungen. Die Gesamtmarktkapitalisierung der 100 wichtigsten CryptoCurrencies beträgt aktuell fast 500 Mrd. US-Dollar, auf den Bitcoin entfallen davon 160 Mrd. US Dollar. Der Kurseinbruch im Januar und Anfang Februar werte ich als ganz normale Reaktion auf den deutlichen Kursanstieg im letzten Jahr. Die Erholung hat ja bereits eingesetzt, so hat sich Bitcoin und die meisten Kryptowährungen ja vom Tief schon wieder deutlich erholt.

CIN:

Werden wir mittel oder langfristig wieder neue Höchstkurse bei Kryptowährungen sehen?

Hendrik Klein:

Davon ist fest auszugehen, beim Bitcoin sind durchaus Kurse von 20.000 Dollar bis Jahresende möglich. Viele bedeutende Marktteilnehmer sehen sogar Kurse von 100.000 Dollar in den nächsten 2 Jahren. Allerdings wird sich im gesamten Markt die Spreu vom Weizen trennen, einige Kryptowährungen werden mit Sicherheit den Bitcoin underperformen und andere outperformen.

CIN:  Welche Kryptowährungen werden Ihrer Meinung nach den am besten laufen?

Grundsätzlich wird es eine Umschichtung in Richtung der Währungen geben, die eine bessere Blockchain Technologie haben oder durch Assets hinterlegt sind, Stichwort Asset Backed Token. Im letzten Jahr wurde zum Beispiel LAToken ins Leben gerufen, die erste Börse für Asset Backed Tokens.

Der ICO war spektakulär, innerhalb von nur 3 Tagen wurde das ICO wieder geschlossen und 30 Mio. Token mit einem Erlös von knapp 10 Mio. US Dollar platziert. LAToken rechnet mit einer Marktkapitalisierung der neuen Generation von Kryptowährungen die Asset Backed sind in der Größenordnung von 1000 Mrd. Dollar biszumJahr 2025.

Sicherlich werden einige Cryptos in den nächsten Jahren auch ganz vom Markt verschwinden, die Anzahl der defaults bei den Asset Backed Strukturen wird aber voraussichtlich gering sein.

Zu einem Outperformer in der Wertentwicklung könnte sich der ADA Coin( Cardana Projekt)  entwickeln. Das Cardano-Projekt hebt sich von vielen anderen der Branche ab: Es geht offen auf die Notwendigkeit der Regulierungsaufsicht ein, während die Privatsphäre und der Schutz der Verbraucher durch eine innovative Softwarearchitektur erhalten bleiben soll. Das Protokoll verfügt über einen geschichteten Blockchain-Software-Stack, der flexibel, skalierbar und mit den strengsten akademischen und kommerziellen Software-Standards der Branche entwickelt wird. Cardano wird ein demokratisches Governance-System einsetzen, welches das Projekt im Laufe der Zeit weiterentwickelt und sich durch ein visionäres Treasury-System nachhaltig finanziert.

Der ADA Coin gehörte im letzten Hype zu den shootingstars, obwohl dieser erst im September 2017 an den wichtigen Börsen zum Handel zugelassen wurde, explodierte die Marktkapitalisierung auf in der Spitze 30 Mrd. Dollar. Aktuell wird der ADA coin mit einer Bewertung von ca. 8,5 Mrd. Dollar gehandelt. Hier könnte ich mir eine deutliche Outperformance in der Kursentwicklung gegenüber dem Bitcoin vorstellen.

CIN: Warum werden Kryptowährungen überhaupt gekauft?

Kryptowährungen wie Bitcoin oder Litecoin basieren auf der Blockchain Technologie und werden nach einem speziellen Verfahren errechnet. Die Entstehung einer Inflation ist bspw. bei Bitcoins nicht möglich, da diese über die ganze Welt verteilt sind und nicht nur in einem einzigen Land oder einem Raum (wie bspw. der Eurozone) verwendet werden. Daher gelten Kryptowährungen wie Bitcoin auch als krisensicheres Wertaufbewahrungsmittel, welches vor allem inflationssicher ist. Im Gegensatz zu Papier-, Münz- oder Buchgeld existiert elektronisches Geld nur im Rechner und auf Speichermedien. Dennoch kann elektronisches Geld alle drei Haupteigenschaften von Geld erfüllen.

Ein wichtiger Punkt ist auch der zunehmende Vertrauensverlust in Zentralbankwährungen. Alle Staaten der Welt haben sich in den letzten Jahrzenten bis über beide Ohren verschuldet. Um zu retten was noch zu ist, werden die Notenpressen angeworfen. Dieser globale Prozess führt irgendwann zu einer hohen Inflation, die zu einer Hyperinflation ausarten könnte.

Die Geldmenge steigt seit Jahren exzessiv an. Neue Dollars und Euros werden auf Teufel komm raus gedruckt. Im Euroraum kann man einen Anstieg der Geldmenge M2 (Bargeldtäglich fällige Einlagen, Termineinlagen von bis zu 2 Jahren Laufzeit und kurzfristige Spareinlagen ) von 5000 Mrd. Euro auf nunmehr 11.000 Mrd. Euro in den letzten 15 Jahren feststellen. In den USA ist die Geldmenge von ca. 5000 Mrd. Dollar sogar noch stärker, auf 13.700 Mrd. Dollar angestiegen. Viele Anleger haben Angst, dass hier in absehbarer Zeit etwas schieflaufen könnte und das Geld auf einmal nichts mehr Wert sein könnte.

Diese Ängste begründen zudem auch die immer anhaltenden Nachfrage nach Gold als sichere Wertanlage. Ob Sie es glauben oder nicht: Viele Investoren sehen Kryptowährungen als krisensicheres Investment wie Gold an.

Ein weiteres Argument pro Kryptowährung ist die Tatsache, dass weltweit ca. drei Milliarden Menschen, keinen Zugang zu Konten und weiteren Finanzdienstleistungen haben.

Nicht zu vergessen ist, dass Kryptowährungen erhebliche Vorteile bei den Transaktionskosten oder der Transaktionsgeschwindigkeit insbesondere im Zahlungsverkehr zwischen unterschiedlichen Währungszonen haben.

CIN:

Die Fritz Nols AG gab ja am letzten Handelstag im alten Jahr bekannt, dass im kommenden Jahr 2018 das strategische Geschäftsfeld „Kryptowährungen“  gestartet wird. Was ist konkret geplant bzw. was wurde bislang durchgeführt?

Hendrik Klein:

Das Geschäftsmodell des neuen Geschäftsfeldes der Fritz Nols AG besteht darin, zum einen eine Vergütung für die Beratung bei der Auflegung und beim ICO von Kryptowährungen und zum anderen laufende Vergütungen für die Verwaltung der hinterlegten Assets der jeweilen Kryptowährung zu erhalten. Die laufenden Vergütungen liegen in der Regel zwischen 0,5 und 2% der AUMs plus Gewinnbeteiligungen in Höhe von 10 bis 25% (High Watermark).

Die Exklusivvertriebsrechte für das Initiale Placement für die Kryptowährung der neuen Generation, dem Aeternum Coin (www.aeternumcoin.com) für den deutschsprachigen Raum wurde gesichert. Die eigentliche Hauptplatzierungsphase beginnt am 1. März. Bis zum Börsenhandel, der für Juli 2018 vorgesehen ist, wird mit einer Platzierungssumme in Höhe von 100 Mio. Euro gerechnet. Im Gegensatz zum Bitcoin ist der Aeternum Coin durch Assets hinterlegt. Das Risiko und die Volatilität sind dementsprechend deutlich geringer.

Ein Teil der Assets des Aeternum Coins werden dabei von der Fritz Nols AG im Hochfrequenzhandel und von einer Tochter mit Handelssystemen verwaltet. Ein weiterer Teil der Assets werden in Mining Rigs, also Rechenzentren investiert. Diese generieren aufgrund der schnelleren Rechenleistung eine überdurchschnittliche Rendite beim Mining von Coins: Durch die eigens dafür entwickelte Software wird rund um die Uhr zwischen 30 verschiedenen Kryptowährungen verglichen und dabei nach den jeweils ertragsreichsten Coins „geschürft“. Im letzten Jahr konnte mit dieser intelligenten Software eine Schürfrendite von über 85 % in Bezug auf die Investitions- und Betriebskosten erwirtschaftet werden. Das Erstemissionsvolumen des Aeternum Coins beträgt 100 Mio. Euro. Bereits in der Pre-Early Bird-Phase, die am 31.12.2017 endete, wurden Aeternum Coins im Gegenwert von über 1 Mio. Dollar platziert. Bis zum 01.03.2018, dem Start des offiziellen Tokensale, sind nur mehr rund 6,5 Millionen Aeternumcoins verfügbar. Der Großteil der Token, nämlich 90 Millionen Stück, werden zwischen dem 01.03.2018 bis zum 30.06.2018, im sogenannten Tokensale zum Verkauf angeboten. Der aktuelle Preis liegt bei USD 1,20 und wird bis zum Listing zum Ende des zweiten Quartals noch auf USD 2,05 angehoben.

Als weiteres Projekt wurde in diesen Tagen der Fancoin gestartet. Der Pre-Sales-Start der virtuellen Währung ist für Mitte März 2018 vorgesehen. Die genaue Struktur des Fancoins wird zeitnah auf www.fancoin.eu veröffentlicht. Der Fancoin wird analog dem Aeternumcoin durch ein Sondervermögen besichert, das eine Tochter der Fritz Nols AG unter Vorgabe des Anlageuniversums verwalten wird. Das Erstemissionsvolumen wird auf max. 200 Mio. Euro begrenzt. Insbesondere wegen des einzigartigem Konzeptes und der anstehenden Fußball WM rechnen wir mit einem positiven Absatz.

Aktuell sind zudem zwei weitere Projekte /bzw. Mandate kurz vor Vertragsabschluss.

CIN:

Sie haben in der letzten Hauptversammlung Kapitalerhöhungen von bis zu 14 Mio. Euro und nochmals 2,5 Mio. Euro beschlossen. In wieweit soll das ausgeschöpft werden und wer soll die Kapitalerhöhung zeichnen?

Wir streben einer Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht zum Preis von 1,20 bis 1,40 Euroan. Wenn das Bezugsrecht nur teilweise ausgenutzt wird, ist eine Sachkapitalerhöhung aus den Bereichen Vermögensverwaltung und Fintech geplant. Insbesondere beabsichtigen wir im Zuge einer möglichen Transaktion,Firmen zu übernehmen, die unseren neuen strategischen Fokus stärken. Möglich ist auch ein Reverse Takeover durch einen Großinvestor, verbunden mit einer Sacheinlage z.B. aus dem Bereich Fintech und einer parallelen Barkapitalerhöhung.

CIN:

Zahlreiche Aktiengesellschaften die im Bereich Kryptowährungen und Blockchain aktiv sind, haben Börsenbewertungen im Bereich von 100 Mio. Euro und mehr.Warum wird Fritz Nols derzeit mit einer Bewertung von unter 5 Mio. Euro gehandelt?

Fritz Nols und die Tochter Da Vinci Asset Management hatten durch die verschärften Regularien für Aktiengesellschaften im General Standard eine Sonderprüfung der Sonderkommission APAK aus Berlin wahrscheinlich im Auftrag der Regulierungsbehörden Bafin und Finma. Aktionäre hatten Anzeige erstattet.U.a wurde wegen des Jahresabschlusses 2014 sehr umfangreich geprüft. Letztendlich wurden dann allerdings keine Beanstandungen aufrecht erhalten. Allerdings sind durch die Sonderprüfung die Forderungen des Wirtschaftsprüfers auf über 140.000 Euro explodiert. Über diese Forderung, die mehr als zehnmal so hoch war wie im Vorjahr, konnte längere Zeit keine Einigung erzielt werden. Dieses Problem wurde nun allerdings gelöst, bzw. ein Vergleich geschlossen. Auch mit der BAFIN stehen wir in Kontakt und führen sehr konstruktive Gespräche. Für das Jahr 2017 ist ein Wechsel zu KPMG vorgesehen.

Mit den testierten Abschlüssen kann nun bis Mitte 2018 gerechnet werden, wenn wir die Kapitalerhöhung platziert bekommen. Zudem können die Da Vinci Fonds zurzeit keine Managementgebühren an die Da Vinci Asset Management ausschütten.Es handelt sich um einen Betrag in Höhe von ca. 750.000 Euro. Wir sind optimistisch, auch dieses Problem spätestens im 2. Quartal 2018 zu lösen.

Wir gehen dann davon aus, dass eine völlige Neubewertung der Fritz Nols AG an der Börse erfolgen wird.

CIN:

Sehr geehrter Herr Klein, wir danken Ihnen für das Gespräch.